Nominiert für den 3. Next Economy Award in der Kategorie „Technology“

INERATEC GmbH

Mit der chemischen Reaktortechnologie von INERATEC können Gase im dezentralen Maßstab in flüssige Energieträger oder chemische Wertprodukte umgewandelt werden.

Weil es bisher keine wirtschaftlichen Verfahren zur sinnvollen Nutzung kleiner bis mittlerer Gasmengen gibt, werden beim „Flaring“ in der Öl- und Gasindustrie gasförmige Abfallstoffe im Wert von über 40 Mrd. €/Jahr abgefackelt. Dadurch werden über 400 Mio.t. CO2 freigesetzt. Aufgrund der fehlenden Nutzungsmöglichkeit werden auch Klär- und Deponiegase in Blockheizkraftwerken mit niedrigem elektrischen Wirkungsgrad verbrannt. Grund dafür ist die niedrige Energiedichte von Gasen, wegen der sich Speicherung und Transport bisher nur im großen Maßstab (z.B. Pipelines) lohnen. Alleine in Deutschland könnten min 58 Mrd.l. Kraftstoff/Jahr aus Industriegasen hergestellt werden.

INERATEC hat eine Reaktortechnologie entwickelt, mit der solche Gase verwertet und effizient vor Ort in Produkte mit hoher Energiedichte und Wertschöpfung veredelt werden können. Das Geschäftsmodell umfasst Entwicklung, Herstellung und Vertrieb kompakter Containeranlagen, die methanhaltige Gase (u.a. fossile Fackelgase, erneuerbare Gase) in flüssige Kraftstoffe umwandeln und aus regenerativem Strom bzw. elektrolytisch erzeugtem Wasserstoff und Kohlendioxid klimaneutrale synthetische Kraftstoffe oder Erdgase erzeugen können. Diese können aufgrund ihrer hohen Energiedichte in bestehende Infrastruktur eingebunden werden, z.B. in Form von Kraftstoffen oder als Grundstoffe für chemische, pharmazeutische und Kosmetikindustrie, und müssen nicht mehr aus erdölexportierenden Ländern beschafft werden. Im Gegensatz zu konventioneller Reaktortechnologie, die erst ab 10.000 Barrels pro Tag wirtschaftlich ist, sind die kompakten und mobilen Anlagen von INERATEC schon ab 10-100 Barrels pro Tag wirtschaftlich. Die Kraftstoffe sind frei von umweltschädlichem Schwefel und gesundheitsschädlichen Aromaten, verbrennen sauberer und setzen weniger Schadstoffe frei. Die Verwendung von CO2 als Rohstoff, vielfach als zentrale Chance zum Erreichen der Klimaziele angesehen, wird so ermöglicht. Durch die Weiterverarbeitung überschüssigen Öko-Stroms bietet sich eine Lösung für die bisherige Speicherproblematik. Für den Kunden entstehen Wertprodukte statt Kosten.

Bisher erhältliche kompakte Reaktorkonzepte decken nur einzelne Prozessstufen ab. INERATEC ermöglicht die Integration gesamter chemischer Verfahren in einen Container und erreicht höhere Umsatzgrade und Ausbeuten. Schon jetzt produziert eine Pilotanlage bis zu 80l CO2-neutralen Dieselkraftstoff/Tag. Die Kapazitäten sollen innerhalb von drei Jahren deutlich ausgebaut und pro Anlage jährlich mehr als 1000t. klimaschädliches CO2 umgewandelt werden. Auf die Verbrennung fossiler Kraftstoffen in gleicher Menge kann verzichtet werden. Die INERATEC-Technologie ermöglicht die Umwandlung von CO2- und kostenverursachenden Energieträgern in hochwertige Produkte und fördert gleichzeitig saubere Energie und nachhaltige Mobilität durch mittel- und langfristige Speicherung von erneuerbarem Strom in flüssigen Energieträgern. Die Methodikteams des Next Economy Awards würdigen dies mit einer Nominierung in der Kategorie „Technology“.

 

Quelle: www.nexteconomyaward.de