Pilotanlage in Finnland produziert erneuerbaren Kraftstoff durch CO₂ Abscheidung

Die weltweit einzigartige Soletair Pilotanlage, welche vom Technischen Forschungszentrum Finnland (VTT) und der Universität für Technologie in Lappeenranta (LUT) entwickelt wurde, nutzt Kohlendioxid für die Herstellung von erneuerbaren Kraftstoffen und weiteren Chemikalien. Die Anlage ist mit dem Solarkraftwerk der LUT in Lappeenranta gekoppelt. INERATEC steuert in diesem Projekt die kompakten Synthesereaktoren für die Kraftstoffproduktion bei.

Durch das Projekt werden zum einen die technische Machbarkeit des Gesamtprozesses nachgewiesen und zum anderen werden 200 Liter Kraftstoff und weitere Kohlenwasserstoffe für wissenschaftliche Zwecke produzieren. Dieses Vorhaben wird mit einer weltweit einzigartigen Pilotanlage, welche aus Solarenergie und CO2 aus der Luft dezentral und vor Ort verschiedene Kohlenwasserstoffe herstellt.

Die Pilotanlage umfasst vier separate Einheiten: ein Solarkraftwerk, eine Einrichtung zur Abscheidung von Kohlendioxid und Wasser aus der Luft, eine Elektrolyseeinheit zur Herstellung von Wasserstoff, sowie die innovativen chemischen Reaktoren der INERATEC GmbH, zur Produktion von Kohlenwasserstoffen.

Die Kapazität der Anlage ist für kleinere Mengen ausgelegt und kann durch das Hinzufügen von weiteren Anlagen modular erweitert werden.

„Das von uns dargestellte Konzept ist ein Beispiel dafür, wie sich die chemische Industrie in Zukunft verändern könnte. Die Verbrennung von fossilen Kraftstoffen muss 2050 beendet werden, doch auch darüber hinaus werden Kohlenwasserstoffe benötigt.“ sagte Professor Jero Ahola der LUT.

„Das Resultat kann in mehrere Bereiche integriert werden. Die finnische Industrie wird durch die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet weiter gestärkt.“ kommentierte der leitende Wissenschaftler und Projektverantwortliche Pekka Simell vom VTT.

VTT und LUT werden die Soletair Pilotanlage von Mai bis September betreiben. Nach der Pilotphase, soll die MOBSU (Mobile Synthesis Unit) in den nächsten Jahren auch in mehreren EU-Projekten von VTT und INERATEC eingesetzt werden. Dadurch entsteht eine Forschungsplattform für internationale Unternehmen.

Informationen die während des Projektes gesammelt werden, werden für die Kommerzialisierung der Technologie verwendet. Dadurch ergeben sich für Unternehmen neue Geschäftsmodelle, wie z.B. hinsichtlich des Kohlendioxid Handels, der effizienteren Nutzung von überschüssigem Strom oder für die chemische Industrie.

VTT und LUT haben eine Million Euro in das Projekt investiert. Die Forschung wird von der finnischen Behörde zur Förderung von Innovation (Tekes) unterstützt, sowie von zahlreichen weiteren Unternehmen: ABB, ENE Solar Systems, Green Energy Finland, Proventia, Hydrocell, INERATEC, Woikoski, Gasum und die finnische Agentur für Transportsicherheit (Trafi).

 

Soletair Webseite: soletair.fi/

VTT Webseite: vttresearch.com

Infografik: Soletair Prozess

 

Foto 1: Olli Pyrhönen, Professer für Windenergie an der LUT (links) und Pasi Vainikka, leitender Wissenschaftler des VTT. (Foto: LUT)

 

Foto 2: Joonas Koponen, Nachwuchswissenschaftler an der LUT (links), Olli Pyrhönen, Professeor für Windenergie an der LUT und Pasi Vainikka, leitender Wissenschaftler des VTT. (Foto: LUT)

 

Foto 3: Cyril Bajamundi, Wissenschaftler des VTT. (Foto: LUT)